Pflicht zur Lohnangabe
In Europa wird die Angabe des Lohns in Stellenanzeigen zunehmend zur Norm. Die europäische Richtlinie 2023/970, die am 10. Mai 2023 verabschiedet wurde, verpflichtet die Mitgliedstaaten, diese Pflicht bis zum 7. Juni 2026 in ihre nationale Gesetzgebung zu übernehmen. Ziel dieses Textes ist es, die Lohntransparenz zu stärken und Ungleichheiten zu verringern, indem Unternehmen verpflichtet werden, die Vergütung in Stellenanzeigen anzugeben oder sie vor den Bewerbungsgesprächen mitzuteilen.
In der Schweiz besteht derzeit keine solche Verpflichtung, und die Debatte über Lohntransparenz bleibt begrenzt. Bei Licorn sind wir jedoch der Meinung, dass Lohntransparenz nicht nur fair ist, sondern auch wesentlich dazu beiträgt, den Rekrutierungsprozess effizienter und relevanter zu gestalten. Und diese Transparenz sollte nicht nur für Recruiter gelten: Auch Kandidaten sollten ihre Lohnerwartungen angeben können, um unnötigen Zeitverlust zu vermeiden.
Europa ist der Schweiz voraus
Pflicht zur Angabe der Vergütung
Unternehmen müssen die Lohnhöhe oder Lohnbandbreiten in ihren Stellenanzeigen oder spätestens in den ersten Phasen des Rekrutierungsprozesses angeben.
Verbot, nach bisherigen Löhnen zu fragen
Dies soll faire Verhandlungen gewährleisten, insbesondere für Kandidaten aus unterbezahlten Branchen oder Positionen.
Einblick in Lohninformationen
Mitarbeitende können Informationen über die Lohnniveaus in ihrem Unternehmen anfordern, um zu überprüfen, ob sie fair bezahlt werden.
Die Vorteile der Lohntransparenz für alle
Zeitverlust vermeiden
Kandidaten wissen von Anfang an, ob die Angebote ihren Erwartungen entsprechen, und Recruiter sprechen gezielt Profile an, die wirklich interessiert sind.
Ungleichheiten reduzieren
Die Angabe der Löhne begrenzt ungerechtfertigte Unterschiede und fördert eine faire Vergütung.
Die Attraktivität von Unternehmen stärken
Transparente Arbeitgeber gewinnen das Vertrauen von Talenten und stärken ihre Arbeitgebermarke.
Ein passives, aber dank Lohntransparenz relevantes System
Auch wenn die Schweiz noch hinterherhinkt, führt Europa Regeln ein, um die Lohntransparenz zu fördern. Dennoch passen sich viele Jobplattformen lediglich an, ohne die grundlegende Struktur ihres Systems zu überdenken. Bei Licorn gehen wir einen Schritt weiter: Recruiter teilen nicht nur Informationen zum Lohn, sondern auch zu Arbeitsbedingungen, Unternehmenswerten und anderen wichtigen Kriterien. Was uns zusätzlich unterscheidet, ist, dass auch Kandidaten ihre Erwartungen angeben müssen.
Diese doppelte Transparenz schafft einen starken Hebel, um den Rekrutierungsprozess zu vereinfachen, die Erwartungen von Kandidaten und Arbeitgebern effektiv aufeinander abzustimmen und passende Übereinstimmungen zu gewährleisten – ohne Überraschungen im Vorstellungsgespräch.
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